Dienstag, Juni 03, 2014

Targu Mures, Rumänien: "Nur 850 Kilometer Luftlinie"

Ende Mai 2014 hatte ich, Katharina Mantler, die Möglichkeit gemeinsam mit Vorstandsmitglied Viktoria Brait einige Tage im ora-Projekt am Stadtrand der 150.000-Einwohner Stadt Targu Mures in Rumänien zu verbringen. Nur 850 Kilometer Luftlinie trennen uns von den Menschen mit denen wir hier arbeiten, und doch scheinen Welten zwischen uns zu liegen.

Mehr Fotos von der Reise hier...
Ein Spaziergang durch die Siedlung
Es ist 10 Uhr vormittags, als wir gemeinsam mit unserem Projektleiter Jozsi Mucui durch die Siedlung gehen, in der etwa 2.000 Menschen leben. Es ist laut. Musik tönt aus verschiedenen Richtungen und allerlei Düfte und Gerüche - überwiegend unangenehme - steigen in die Nase. Am Vortag hat es geregnet und dementsprechend müssen wir genau darauf achten, wo wir hin treten, um nicht im Matsch auszurutschen. Die Hütten stehen Wand an Wand und kleine Fußpfade schlängeln sich zwischen den Behausungen durch. Viele Hütten sehen aus, als würden sie jeden Moment einstürzen. Mit Plastikplanen, Brettern und Blechen sind die Dächer abgedeckt. Trotzdem sind viele Räume auch innen feucht. Große Müllberge stapeln sich vor den Hauseingängen, denn die meisten Menschen in der Siedlung leben vom Müllsammeln.

"Warum bist du nicht in der Schule?"
Überall in der Siedlung laufen Kinder im Alter von 1 bis 14 Jahren herum. Viele sind von oben bis unten dreckig, barfuß oder nackt. Andere sind sauber angezogen und frisiert. Immer wieder stelle ich die gleiche Frage: "Warum bist du nicht in der Schule?" Die Antworten sind vielfältig, doch den meisten Jungen und Mädchen ist es etwas unangenehm, dass ich diese Frage stelle. Sie wissen, dass sie eigentlich in der Schule sein sollten. Doch welches Kind geht schon gerne in die Schule, wenn die Eltern nicht dahinter sind?

Bewegt von den vielen Eindrücken, Begegnungen und Nöten, sind wir wieder nach Österreich gekommen. Unsere Reise hat gezeigt, dass die von ora geförderte Nachmittagsbetreuung und Suppenküche am Rand der Siedlung von großem Wert und großer Bedeutung für die Kinder ist. Fünf Mal pro Woche wird eine warme Mahlzeit an 100 Kinder ausgegeben. Und täglich kommen 35 Kinder zum Hausübung machen und Lernen in die Nachmittagsbetreuung. Dank regelmäßigen Spenden ist es uns möglich, dieses Projekt zu finanzieren. Jede Spende ist wichtig. Vielen Dank dafür.

Mehr über die Reise erzähle ich diesen Samstag, 7. Juni 2014, um 10 Uhr im ora-Flohmarkt in Andorf. Alles Weitere hier...

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