Dienstag, September 10, 2019

Schule droht Schließung

Anbu Illam - das bedeutet "Stätte der Liebe". Und genau das haben wir auch auf unserer Projektreise im August 2019 gespürt, als wir für eine Woche im Kloster der Cluny-Ordensschwestern am Stadtrand von Salem in Südindien untergekommen sind.

Mehr Fotos von Anbu Illam hier...
Hunderte Menschen gehen hier täglich ein und aus und erhalten von den Schwestern Hilfe in allen Lebenslagen. Die Schule für Kinder mit Beeinträchtigungen ist das Herzstück von Anbu Illam. 54 Kinder werden aktuell von zwei Ordensschwestern, vier Lehrkräften, einer Physiotherapeutin und einem Pflegehelfer von Montag bis Freitag gefördert.

Wer in Indien ein behindertes Kind bekommt, gilt für viele als verflucht. Deshalb bleiben diese Kinder oft unsichtbar – sie werden versteckt, ausgegrenzt oder abgeschoben. Nicht so in Anbu Illam: Hier ist jedes Kind willkommen! Und auch die Eltern erfahren durch die gute Betreuung Entlastung und Wertschätzung.

Doch der staatlich anerkannten Schule droht nun die Schließung. Wie so oft in Indien, machen die Behörden es christlichen Einrichtungen besonders schwer. Bei der letzten Prüfung wurden einige bauliche Mängel festgestellt. Dazu kam der Hinweis, dass die Lizenz für die Schule nur verlängert werde, wenn diese Mängel bis 2020 repariert sind. Laut Kostenvoranschlag sind 10.000 Euro nötig, um das 2-stöckige Gebäude zu sanieren.

Gleichzeitig warten die Lehrkräfte auf ihre Gehälter. Drei Mitarbeiter werden vom Orden bezahlt, drei weitere vom Staat. Doch das Geld vom Staat ist seit Monaten ausständig. Wovon sollen die September-Gehälter bezahlen werden? Im Schnitt bekommt ein Mitarbeiter 150 Euro pro Monat, also werden monatlich 900 Euro für die Mitarbeiter benötigt.

Das Schicksal dieser Kinder berührt uns.
Sie brauchen diesen sicheren Ort, wo sie sich entfalten und Liebe empfangen können.

Deshalb bitten wir euch um eine Spende für Anbu Illam, damit diese einzigartige Schule auch weiterhin bestehen kann! Jeder Beitrag hilft und sichert die Zukunft der Schule von Anbu Illam.

Wir danken für eure Hilfe!

Fotos von der Schule gibt es hier...

Donnerstag, September 05, 2019

Sommerlager: "Wir wollen noch nicht heim!"

"Wir wollen noch nicht heim!"
„Wir wollen noch nicht heim! Können wir nicht noch ein paar Tage dranhängen?“ 

Diesen Satz hörte ora-Projektpartner Jozsi Mucui nicht nur einmal während den Sommerferien. Er und sein Team haben heuer wieder zwei Sommerlager für insgesamt 120 Kinder und Jugendliche veranstaltet. „Den Kids hat es so sehr gefallen, dass sie unbedingt noch dableiben wollten“, so Jozsi.

Mehr Fotos hier...
Es freut uns riesig, wenn wir bei den Kindern und Jugendlichen eine derart große Freude auslösen konnten. Möglich war dies nur mit Hilfe eurer großartigen Unterstützung! Dafür möchten wir uns im Namen der Kinder, Jugendlichen und im Namen unseres Projektpartners Jozsi recht herzlich bedanken!

Das Programm war vielfältig: es gab eine Menge Spiele, Wettbewerbe, gutes Essen und Bibelgeschichten. Aber auch ernste Gespräche über beispielsweise Umweltschutz und Bildung wurden geführt.

Vor allem das gemeinsame Kochen haben die Kinder und Jugendlichen immer sehr genossen. „Wir haben gemerkt, wie toll diese gemeinsame Zeit in der Küche und am Esstisch sein kann. Das hat uns zusammengeschweißt. Wir sind so dankbar, dass wir jeden Tag genug zu essen hatten, und es uns allen an nichts gefehlt hat.“, schreibt uns Jozsi.

Ein Highlight des Sommerlagers war, so wie auch im letzten Jahr, der Besuch im Schlammbad. Die Kinder haben es sichtlich genossen.

Insgesamt 350 rumänische Kinder und Jugendliche konnten wir diesen Sommer in ein ora-Sommerlager schicken. Darüber freuen wir uns sehr! Danke allen, die für „Sommerlager 2019“ gespendet haben!

Donnerstag, August 29, 2019

Drei Begegnungen mit indischen Kühen

Dass Indien ein besonderes Verhältnis zu Kühen hat, durften Matt und ich – Katharina – auf unserer Projektreise Mitte August hautnah erleben. Da Kühe als heilig gelten, haben sie quasi „Narrenfreiheit“ und tausende Kühe leben mitten unter den Menschen in Millionenstädten. Kaum haben wir den Flughafen von Chennai verlassen, begegnen wir ihnen – mit bunten, bemalten Hörnern „grasen“ sie seelenruhig am Straßenrand – sie sind das Hupen, den Gestank, die Autos und den Müll gewöhnt.

Auf unserer 10-tägigen Reise zu unseren Projektpartnern in Tamil Nadu, Südindien, haben wir nicht nur viele Kühe, sondern viele tolle Projekte gesehen. Nach einem 2-tägigen Besuch bei Pastor John Rajiah vom Hilfswerk EWM in Bezirk Pudukkottai, verbrachten wir fünf Tage mit den Cluny-Ordensschwestern in Salem und besuchten die sechs zugehörigen Cluny-Zentren, die sich an unseren Hilfsprogrammen beteiligen.

13 Liter gibt die Kuh pro Tag - mehr Fotos hier...
Wir lernten etliche Familien kennen, die durch ora in den letzten Jahren Ziegen, eine Kuh oder eine Hühnerschar erhalten hatten. In dem Dorf Nattamangalam wurde uns stolz das pralle Euter einer „Määärry Christmas Kuh“ und das 2-monatige Kalb präsentiert. Morgens gibt die Kuh etwa 8 Liter und abends 5 Liter Milch. Einen Teil bekommt das Kalb, ein wenig ist für die Familie und der Rest wird um 32 Rupien pro Liter verkauft, das sind ca. 40 cent. Diese Kuh ist ein echter Segen für die Großfamilie und bringt allen neue Hoffnung und neuen Schwung.

ora-Patenkinder aus Selliampatti - mehr Fotos hier...
Bei den Besuchen in den sechs Cluny-Zentren staunten wir über die große Freude und Motivation der Kinder aus unseren Kinderparlamenten. Mit Musik, Tanz, Gedichten und Dankesworten wurden wir begrüßt und herumgeführt. Wir durften etliche ora-Patenkinder persönlich treffen – leider blieb uns viel zu wenig Zeit zum Spielen und Kennenlernen. Bei der Rückfahrt von Selliampatti nach Salem zwang uns ein verirrtes Kälbchen auf der „Autobahn“ zu einer Vollbremsung. Schutzengel bewahrten uns und das junge Tier vor einem Unfall.

Dankbar und mit vielen vielen Eindrücken sind wir nun nach Österreich zurückgekehrt: Wir haben uns an dem indischen Essen gefreut – das auch wir meistens ohne Besteck zu uns nahmen. Wir bewunderten die farbenfroh gekleideten Frauen und durften lernen, dass Armut sich mit einem bunten Sari für unsere Augen gut "kaschieren"/verstecken lässt. Wir haben mit den Müttern geweint, die uns in ihr Leben und ihre tägliche Not Einblick gewährt haben. Und wir staunten über die Hingabe, den Fleiß und die Liebe der Cluny-Schwestern und ihrer Mitarbeiter, die sich täglich um die Nöte von Kindern und Familien kümmern. Es ist eine Ehre, hier gemeinsam Kinderleben zu verändern.

Ach ja, am allerletzten Abend bin ich doch noch in einen Kuh-Fladen gestiegen: mitten in der 8-Millionen-Stadt Chennai vor der Eingangstür zu unserem Hotel! Damit habe ich nicht gerechnet…

In den nächsten Wochen werden wir hier im ora-Blog noch weitere Details unserer Reise veröffentlichen. Es gibt so viel zu tun! Vergelt's Gott für eure Mithilfe!

Donnerstag, August 22, 2019

Ein Funke der Hoffnung: die ora-Sommerlager

Nicht nur bei uns in Österreich neigen sich die Schulferien langsam dem Ende zu. Auch in Rumänien bereiten sich die Kinder bald wieder auf das neue Schuljahr vor. In ihren Sommerferien durften sie in den ora-Sommerlagern eine unbeschwerte Zeit erleben. Dank zahlreicher Spender und Spenderinnen war es uns möglich, auch heuer wieder 5 ora-Sommerlager in Rumänien finanziell zu unterstützen.

Getanzt, Gelacht, Gesungen - all das wurde beim
ora-Sommerlager in Corunca bei Targu Mures.
Insgesamt 300 rumänischen Kindern und Jugendlichen wurde so der Traum von unbeschwerten Ferien erfüllt. Hinzu kommen hunderte weitere Kinder in verschiedenen Sommerlagern in ganz Rumänien, die sich an den guten Lebensmitteln unserer Hilfstransporte freuen konnten. 
Die Kinder beim gemeinsamen Kochen in Corunca.

"Die Aussicht auf das ora-Sommerlager ist für die von uns betreuten Kinder das ganze Jahr über ein Funke der Hoffnung; etwas, worauf sie sich freuen können", schreibt ora-Partner Joszi Mucui von der ora-Garagenschule in Targu Mures. Auch ora-Partner Arpi Szàz aus Corunca erzählt, dass die Ferienlager zum Höhepunkt des Jahres gehören.

Arpi Szàsz und sein Team vom Verein Szt. Fülöp bei Targu Mures haben wieder ein tolles Programm für die Mädchen und Jungen zusammen gestellt. Es war wie jedes Jahr ein großer Erfolg.
Spiele, Wettbewerbe, Ausflüge, gutes Essen, Bibelgeschichten und gemeinsames Kochen, Waschen, Schlafen, Lachen, Lob und Anerkennung: all das gehört zu den ora-Sommerlagern.



Auch in Indien fanden heuer wieder Ferienlager statt. Insgesamt 953 Kinder und Jugendliche durften eine unvergessliche Zeit erleben. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Für die Älteren wurden Workshops zum Thema „Social Media“ organisiert, wo ihnen Vor- und Nachteile, sowie Gefahren des „World Wide Web“ erklärt wurden. 

Die jüngeren Kinder der zweiten Gruppe konnten ihre Talente präsentieren. Es wurde viel getanzt, gesungen, Quizze gespielt, aber auch über wichtige Themen wie Kinderarbeit und Normen und Werte gesprochen. Beide Gruppen unternahmen außerdem auch spannende Exkursionen zu Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. 

„Es waren drei wundervolle Tage für alle. Im Namen der Kinder und Jugendlichen bedanke ich mich für die Unterstützung. Gott segne euch!“, schrieb uns Sr. Ephrem von den Cluny Ordensschwestern.



Wir bedanken uns bei allen, die mit ihrer Spende dazu beigetragen haben, dass diese Kinder ein Stück Erholung, Freude und Wertschätzung erfahren. Hier wird die Liebe Gottes spürbar gemacht. Vielen Dank dafür!

Mehr Fotos von den ora-Ferienlagern in Rumänien und Indien gibt es hier...

Mittwoch, August 14, 2019

Indien: Wenn Wasser zu Luxus wird...

Fließendes sauberes Wasser und das ohne Einschränkung: Was für uns in Österreich so selbstverständlich ist, ist es in vielen Gegenden der Welt nicht. Jeder vierte weltweit ist von extremer Wasserknappheit bedroht. Eine Region ist dann davon betroffen, wenn 80% aller verfügbaren Wasserreserven für Landwirtschaft, Industrie oder den privaten Verbau genutzt werden. Vorräte für mögliche Trockenperioden sind dann dementsprechend gering.


Indien ist neben einigen Ländern Afrikas besonders schlimm von Wasserknappheit betroffen. Entweder es kommt zu enormen Überschwemmungen, oder aber es gibt zu wenig bis gar kein Wasser. Die Seen der Umgebung sind ausgetrocknet: eines der größten Wasserreservoires der Hauptstadt Tamil Nadu beispielsweise, der Chembarambakkam-See, ist heute eine zerklüftete, trockene Ödnis. 


Auch diesen Sommer hat es in vielen Teilen Indiens wieder eine große Wasserkrise gegeben. Millionen Menschen waren auf die Wasserversorgung von außen angewiesen. Züge und LKWs mit Wassertanks versorgen die Bevölkerung mit Trinkwasser, doch die Wartezeit, bis man in der Warteschlange vorne steht, ist lang.

„Manchmal warten die Menschen bis zu drei ganze Tage, weil entweder die Schlange so lange ist, oder aber auch weil die Wassertanks einfach nicht auftauchen. Die EinwohnerInnen können lediglich ein paar kleine Krüge mit Wasser füllen, wenn sie dran sind. Danach müssen sie sich wieder hinten anstellen“, erzählt ora-Projektpartner Pastor John Rajiah vom Hilfswerk EWM in Indien. Wie lange eine dieser Warteschlangen sein kann, seht ihr in diesem Video, welches uns Pastor John geschickt hat.

Deshalb sind wir das ganze Jahr über dankbar über eine Spende für einen Brunnen. Mit 1.600 Euro kann unser ora-Projektpartner Pastor John eine Brunnenbohrung für ein ganzes Dorf veranlassen. Somit können wir den Menschen in Indien zu einer gesicherten Wasserversorgung verhelfen. 
Bewohnerinnen eines Dorfes zeigen Pastor John
und Katharina den von ora gespendeten Brunnen.
Die Freude ist groß!

Katharina Mantler und Matthias Kell vom ora-Team sind gerade bei Pastor John zu Besuch in Indien. (mehr davon auch auf Facebook).
Sie haben Dörfer besucht, die bereits von einem von ora finanzierten Brunnen profitieren. Doch noch immer stehen über 50 Dörfer auf der Liste und warten auf einen Brunnen. Jede Spende zählt!

-> Video von Pastor John Rajiah: VIDEO
-> ORF- Bericht über Wasserkrise in Indien, Juli 2019: ORF


Spendenkonto:
ora international Österreich
IBAN AT88 4480 0371 5539 0000