Donnerstag, September 20, 2012

„Lehre ihn fischen und er wird nie wieder hungern.“

Hristo Cholakov (rechts) zeigt Familie Hertenstein
aus Gröbenzell das Lager und die Geschäfte
Durch Kleidersammlungen unterstützt ora Österreich seit Jahren die Arbeit von Hristo Cholakov in Bulgarien. Mittlerweile beschäftigt er in seinem Unternehmen 62 Menschen in 24 Second-Hand Geschäften – ein wertvoller Dienst in einem Land, in dem die Arbeitslosigkeit inoffiziell über 20 Prozent liegt. Hristo Cholakov erzählt mehr über Bulgarien: Wie ist die Situation in Bulgarien?
In den letzten zwei Jahren werden die Menschen immer ärmer. Sie verlieren ihre Arbeit, ihre Häuser, können ihre Schulden nicht zurück zahlen. Viele sind verzweifelt. Um ein Beispiel zu nennen: Wir haben eine Stellenausschreibung ins Internet gestellt. In den nächsten 2 bis 3 Stunden kamen rund 200 Bewerbungen für diese Stelle als Verkäuferin bei uns an! Können Sie sich das vorstellen? Wie können ihre Familien überleben? Unser Land braucht dringend Arbeitsplätze. Deswegen wollen wir Arbeitsplätze schaffen.
Welche Arbeit könnt ihr bieten?
Insgesamt sind 62 Männer und Frauen in 24 Second-Hand Geschäften im ganzen Land beschäftigt – sie arbeiten als Verkäufer, sortieren und verpacken die Kleidung und beliefern die Geschäfte. Was macht euer Unternehmen zu einem „Social Business“?
Der Hauptzweck unseres Unternehmens ist es, Arbeitsplätze für Menschen in Notsituationen zu schaffen, ihnen zu helfen sich und ihre Familien zu versorgen und auch gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Es hilft diesen Menschen nicht, wenn ich ihnen zu essen gebe. Sie brauchen einen Arbeitsplatz, damit sie langfristig zu essen haben. Unser Motto lautet: „Gib einem Hungernden einen Fisch und er wird einmal satt. Lehre ihn Fischen und gib ihm eine Angel und er wird nie wieder hungern.“
Außerdem verkaufen wir die Kleidung zu günstigen Preisen, sodass auch für ärmere Menschen gute Kleidung leistbar wird. Für diese Menschen bedeutet das sehr viel! Wer arbeitet für euch?
Ein Teil unserer Mitarbeiter sind Roma, einige haben eine Behinderung und wieder ein Teil sind „normale“ Bulgaren. Aber für alle ist diese Arbeit sehr wichtig. Ohne diesen Job wäre ihr Leben sehr schwierig. Nach nur 4 Monaten Arbeitslosigkeit bekommt man in Bulgarien keine staatliche Unterstützung mehr! Keinen Arbeitsplatz zu haben, bedeutet für viele Menschen Not, Hunger und absolute Armut.  Was ist mit jenen Menschen, die sich nichts kaufen können?
Wir verteilen sehr viel Kleidung kostenlos. Immer wieder werden wir gebeten zu helfen: in Krankenhäusern, einem Waisenhaus, einem Altenheim und in mehreren Roma-Siedlungen. So können wir den Ärmsten der Armen Kleidung, Lebensmittel oder Medizin geben. Gibt es etwas, was die österreichischen Spender wissen sollen?

Es ist mir sehr wichtig, dass Sie wissen, was Ihre Spende ermöglicht: Sie hilft Menschen, sich eine Lebensgrundlage aufzubauen. Wir wollen nicht, dass die Menschen immer um ihr Überleben kämpfen müssen. Wir wünschen uns, dass sie sich entwickeln können, sodass sie eines Tages anderen armen Menschen helfen können.

Hilfe bedeutet nicht nur, jemandem zu essen zu geben, damit er überlebt. Hilfe bedeutet auch, Menschen zu helfen ihr Potential zu entdecken, sich und ihr Leben zu entwickeln und auf eigenen Füßen zu stehen. 

Wir danken Hristo Cholakov für die gelungene Zusammenarbeit!

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