Dienstag, April 21, 2015

Hausaufgaben machen & fürs Leben lernen

Mehr Fotos von der Hausaufgabenbetreuung hier...
Seit vielen Jahren bieten wir an zwei Standorten in Rumänien das ganze Jahr über eine Hausaufgabenbetreuung für Kinder aus bildungsfernen Familien. Bildung schafft Auswege aus dem Kreislauf der Armut, in dem besonders viele Roma-Familien im rumänischen Siebenbürgen scheinbar gefangen sind. Doch die Gründe, weshalb viele Kinder nicht in die Schule gehen, sind vielfältig. Für viele der Roma-Kinder, die wir betreuen, ist es nicht so leicht, einfach in die Schule zu gehen. Es fehlen die Grundlagen, die andere Kinder aus rumänischen oder ungarisch-rumänischen Familien zuhause mitbekommen. Die Roma-Kinder können oft nicht die Farben benennen, sie kennen die Wochentage oder Monate nicht. Es ist daher verständlich, dass die Lehrkräfte in den Pflichtschulen manchmal überfordert sind, den unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Kinder in einer Klasse gerecht zu werden. Aus Frust bleiben viele Roma-Kinder irgendwann dem Unterricht fern. Hier setzen wir mit dem Konzept der „Hausaufgabenbetreuung“ an, um diesen Kindern den Anschluss in der Schule zu ermöglichen.

Für die monatlichen Kosten für die Betreuung der Kinder, für Schulmaterial und Snacks, für Strom und Heizung sind wir auf Spenden angewiesen. Wir sind daher dankbar für jeden Beitrag zum Gelingen dieser gezielten Förderung benachteiligter Kinder in Rumänien.

Das Konzept der Hausaufgabenbetreuung:
Diesen Kindern möchten wir den Zugang zu Schulbildung ermöglichen und bieten deshalb das ganze Jahr über in Targu Mures und in dem Dorf Augustin (50 km nördlich von Brasov/Kronstadt) eine Hausaufgabenbetreuung an.

1. Targu Mures: Unser Projektpartner Jozsi Mucui vom Verein Ichthys kümmert sich mit seiner Familie und Helfern um hunderte Familien in der Roma-Siedlung Hidegvolgy am Stadtrand von Targu Mures. Die Armut und Not ist unbeschreiblich groß. 35 Kinder besuchen täglich die angebotene Hausaufgabenbetreuung, die in einer Garage stattfindet. Deshalb wird sie liebevoll „Garagenschule“ genannt.

2. Augustin: ora-Projektpartner Pastor Eduard Rudolf kümmert sich mit seinen Mitarbeitern um verarmte Roma-Familien in verschiedenen Dörfern, die am Rande der Gesellschaft leben. In Augustin findet die Hausaufgabenbetreuung für derzeit 34 Kinder statt.

So funktioniert's:
  • Kinder und ihre Familien werden ermutigt, in die Schule zu gehen. Wenn nötig werden Gespräche mit Lehrkräften geführt um eine geeignete Schule für jedes Kind zu finden.
  • Die Kinder erhalten die nötige Grundausstattung mit Schultasche, Schulmaterial und angemessener Bekleidung.
  • Diese Schulkinder kommen von Montag bis Freitag nach der Schule und machen unter Aufsicht von Pädagogen gemeinsam Hausaufgaben, sie üben Lesen, Rechnen und Schreiben, sie erhalten Nachhilfe und lernen spielerisch.
  • Die Kinder erhalten Snacks und Mahlzeiten.
  • Die Kinder hören die Gute Nachricht.
  • Die Kinder lernen über Hygiene, üben das Essen mit Messer und Gabel und lernen, auf sich zu achten.
  • Es finden Ausflüge oder Sommerlager für diese Kinder statt, um sie für ihren Fleiß zu belohnen und um die Beziehung zu den Kindern zu vertiefen.
  • Die Eltern treffen sich regelmäßig zu Elternsitzungen. Hier wird die aktuelle Entwicklung und das Verhalten des Kindes besprochen, über Gesundheit und Prävention gelehrt und es wird der Wert der Ausbildung vermittelt. 
Ein 2-seitige Projektvorstellung zum Download finden Sie hier.
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